Nika im Schockzustand (Tag 51, der Trächtigkeit)

Bis jetzt konnte ich über Nikas Trächtigkeit nur Gutes berichten, und bis vorgestern (50. Trächtigkeitstag) war auch alles in bester Ordnung. Gestern beim Vormittagsgassi kam Nika mir etwas langsamer vor als sonst. Da sie aber schnupperte, interessiert den Enten im Inn zuschaute und auch Leckerlis und später zuhause normal fraß habe ich mir zuerst keine Gedanken gemacht. Zuhause hat sie sich dann in der Küche auf ihren Lieblingsplatz gelegt und dort geschlafen. Erst am späteren Vormittag und frühen Nachmittag wurde ich etwas skeptisch, denn sie bewegte sich eigentlich gar nicht mehr von dem Platz weg und wirkte etwas in sich gekehrt. Als sie dann gegen 15:00 aufstand fiel mir auf, dass sie sich schwer tat, vor allem in der Hinterhand sich hochzustemmen. Ich war etwas verwundert, dass ihr scheinbar die gut 2 kg Zusatzgewicht jetzt auf einmal zu schaffen machten. Als sie dann auch noch hechelte, wurde mir etwas mulmig. Zuerst dachte ich an Senkwehen, aber an Tag 51 wäre das schon recht früh. Dann ging es los zum Nachmittagsgassi und als ich sie aus dem Auto hob und los gehen wollte blieb sie ganz starr mit eingezogenem Schwanz und gesenktem Kopf stehen und wollte nicht gehen. Sie hob das linke Hinterbeinchen und hatte sichtlich Schmerzen. Ich überlegte, wo sie sich verletzt haben könnte, doch ich führe sie nur an der Leine. Vielleicht war sie zuhause nach einem Sprung von der Couch komisch gelandet, oder sind es doch Schmerzen, die mit der Trächtigkeit zu tun haben konnten? Ein Anruf bei meiner Tierärztin, die selbst züchtet, hat uns schnell einen Termin in der Praxis gebracht. Als wir dort ankamen, wollte Nika sich fast gar nicht mehr bewegen und hob jetzt auch das Vorderbein und das zweite Hinterbein… Was hatte sie nur? Mein Puls stieg schon leicht an. Barbara hat dann zuerst den Bewegungsapparat, Hals, Rücken, Beine untersucht und konnte nichts feststellen. Danach schauten wir im Ultraschall auf die Welpen. Man sah deutlich Herzchen schlagen und knöcherne Strukturen. Nika hatte kein Fieber und die Schleimhäute waren zunächst gut durchblutet. Barabas nächste Idee war eine Art Schwangerschaftsdiabetes, doch der Test ergab einen normalen Zuckerwert. Irgendwie schien es Nika aber immer schlechter zu gehen, sie konnte dann gar nicht mehr stehen und ich nahm sie auf den Schoß. Dort ließ sie den Kopf hängen und pupste einmal. Sie hatte einen sehr hohen Puls und Herzschlag. Barbara rief dann noch die zweite Tierärztin zu Rate und auch Claudia untersuchte Nika auf meinem Schoß. Sie meinte, dass es ihr gar nicht gut ginge, die Schleimhäute waren auch schlechter geworden und sie meinte, dass das genauer abgeklärt werden müsse, denn so wie es Nika ging, meinte sie, würde sie die Nacht nicht überleben… Ihr könnt euch nicht vorstellen welche Angst ich hatte, vor allem um meine Nika. Ich konnte mir nicht erklären, was von vorgestern auf gestern passiert sein soll, es ging ihr doch so gut. Barbara und Claudia schickten uns dann mit ihr nach Oberhaching in eine 24h Notfalltierklinik mit einem großen Team. Claudia meinte man muss sie eventuell auf machen weil in ihrem Bauch etwas nicht stimmen könnte. Mir war in dem Moment nur Nika wichtig, denn die Welpen wären in dem Trächtigkeitsstadium nicht überlebensfähig. Die Tierklinik war 1h und 15min entfernt und die Zeit im Auto, ich hatte sie auf meinem Schoß liegen, schien einfach nicht zu vergehen. Nika hechelte immer wieder, dann zitterte sie, aber immer wieder leckte sie meine Hand als wolle sie mich beruhigen. Als wir dann fast angekommen waren, pupste sie ein paarmal und wollte unbedingt raus. Kaum angekommen und ausgestiegen würgte sie, es kam aber nichts und dann hatte sie extremen Durchfall, der furchtbar stank. Ich ging ein bisschen mit ihr auf und ab, und sie konnte sich da dann wieder bewegen, und es kam dann noch eine Ladung flüssig raus.

Als wir dann in der Tierklinik waren, ging es ihr etwas besser. Sie stand immer noch mit eingezogenem Schwanz und hob immer wieder ein Beinchen aber ihr Allgemeinzustand war wieder deutlich besser. Das Tierärzteteam hat sich dann sofort liebevoll und ruhig um Nika gekümmert. Im Behandlungszimmer untersuchte eine Ärztin Nika, die zweite befragte mich nach den letzten Trächtigkeiten, ob sie bekannte Krankheiten hat, Medikamente bekommt, wie sie gefüttert wird, …

Sie meinten sie würden jetzt Blut abnehmen, um ein großes Blutbild zu machen und zusätzlich den Calcium- und Progesteronwert zu bestimmen. Auch wenn ich schon lange züchte und viele Trächtigkeiten begleitet habe, fragte ich mich, ob ich dieses Mal irgendetwas falsch gemacht haben könnte. Wir sollten dann 30 Minuten im Wartezimmer auf das Blutergebnis warten, während die Ärzte Nika mit zum Ultraschall nahmen, um den Zustand der Welpen zu untersuchen. In den 30 Minuten habe ich versucht mich etwas zu beruhigen, immerhin war Nika jetzt bestens aufgehoben.

Als wir zurückkamen, endlich die Entwarnung. Das Blutbild war tip top, Calziumspiegel, Progesteronwert und Elektrolyte in der Norm. Die Tierärzte meinten die Welpen wären super fit aber nehmen schon recht viel Platz ein und Nikas Organe würden deshalb natürlich aus deren normalen Position verdrängt werden. So auch der Magen Darm Trackt. Die Tierärzte stellten auch aufgrund des zuvorigem starken Durchfall einen Magen-Darm-Infekt fest. Sie bekam eine Vitaminspritze, etwas für den Darm und Novalgin gespritzt, um ihre kolikartigen Schmerzen etwas zu lindern.

Am Rückweg nachhause, 700.- Euro ärmer, aber beruhigter und so dankbar, dass ich Nika und ihre Welpen wieder mitnehmen durfte, schlief sie entspannt im Auto. Zuhause hat sie noch etwas gefressen und dann weitergeschlafen. In der Nacht musste sie 2x raus und in der Früh schien es ihr etwas besser zu gehen. Ich hatte dann am Vormittag einen Termin und Andi übernahm die Krankenpflege. Als ich zurückkam, rannte sie mir im Garten entgegen, sprang an mir hoch und brachte mir ihr Lieblingsspielzeug. Sie wedelte mich sogar wieder lustig an wie sie es die Tage vorher auch immer gemacht hat. Sie frisst und trinkt, der Durchfall ist natürlich noch nicht weg aber wir sind auf einem sehr sehr guten Weg! Nun hoffen wir, dass das bald überstanden ist und Nika bis zur Geburt wieder genug Kraft gesammelt hat.

Vielen Dank an Barbara und Claudia und das tolle Team der Tierklinik Oberhaching!

3 Kommentare zu “Nika im Schockzustand (Tag 51, der Trächtigkeit)”

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  1. Sabrina Fedrizzi - 12.03.2026 at 14:36

    Oh Gott ? – ach Bine – es gibt nichts was es nicht gibt! Viel Kraft für dich und Nika. So wie du schreibst, schaut’s ja schon wieder gut aus. Deine Nerven …. war damals bei Kuni (Not-Kaiserschnitt) schon fix und fertig. Also ich weiß – Snow bekommt keine Babies. Alles Daumen sind gedrückt!!! Seid ganz lieb gedrückt- auch Andi und die anderen Wautzis. Lg Sabina

  2. Valentina Schachinger - 12.03.2026 at 15:59

    Wir freuen uns sehr das es wieder bergauf geht!

    Nun zählst du die Tage! Das Gefühl ist unbeschreibbar, Nervösität gemischt mit Vorfreude, Liebe im Bauch und Schweiß auf der Stirn……kurz gesagt der Endspurt! ??

    Wir fiebern vom Salzkammergut aus mit und freuen uns wenn die Bauchzwerge sicher landen und es der Mama gut geht!

    Toi toi toi für eine reibungslose Geburt,
    „de polvo magico“- Fam. Schachinger

  3. Die Snoopys - 12.03.2026 at 18:24

    Ach die arme Maus! Als ob die Trächtigkeit nicht schon anstrengend genug wäre, muss auch noch Magen-Darm dazu kommen 🙁 Hoffentlich kann sie sich und auch ihr beide die nächsten Tage noch gut erholen! Wir sind in Gedanken bei euch und drücken gaaaanz fest die Daumen!

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