
Die letzten Tage vor der Geburt habe ich ja schon begonnen Nikas Temperatur 3x pro Tag zu messen. Von Tag 55 der Trächtigkeit bis Tag 58 variierte die Temperatur zwischen 37,3° und 38°. Am Tag 59 konnte ich eine Temperatur von 37,1° am Morgen feststellen, allerdings war die Temperatut dann im Laufe des Tages wieder bis auf 37,8° gestiegen und erst am Abend wieder auf 37,2° gesunken. Am Tag 60 war sie um 3:00 in der Früh bei 37,3°, um 9:00 bei 36,7° um 11:00 wieder bei 37,3°. Da sie am Abend schon unruhig war und ich dachte, dass es in der Nacht schon los gehen würde, habe ich auf das Messen der Temperatur am Abend verzichtet. Die Nacht war sie unruhig, wechselte oft den Platz und kam nur schlecht zur Ruhe. Hecheln und Buddeln konnte ich allerdings nicht feststellen, dabei war ich mehr oder weniger die ganze Nacht munter. In der Früh schien der Spuck dann vorbei zu sein und wir machten uns auf zum Morgengassi. Dabei war sie dann aber deutlich anders als die Tage vorher. Deshalb beschränkte sich unser Spaziergang auf ein paar Minuten und zurück im Auto (10:15) wurde sie richtig unruhig, hechelte und buddelte wie verrückt, und ich wusste, dass es jetzt los ging. Zuhause waren wir dann um 10:30, sie wollte wieder nicht in die Wurfkiste, sondern in unser Wohnzimmer. Dort testete sie alle Bettchen aus aber unser Kinderpool interessierte sie gar nicht. Sie wollte dann unbedingt unter die Couch, aber das ging natürlich nicht. Es dauerte etwas, bis ich verstanden habe, dass sie auf der Suche nach einer Höhle war. Sie schläft normalerweise auch immer in einer der „mypado“ Höhlen und so holte ich schnell eine in unser Wohnzimmer. Sofort war sie darin verschwunden und hechelte und buddelte weiter stark.
Um 12:07 sah ich dann die erste richtige Presswehe und notierte das dann auch sogleich in meinem Geburtsprotokoll. Dass es dann aber nur bis 12:15 dauern würde, bis ich die erste Blase des ersten Welpen und sein Pfötchen winken sehen durfte, hat mich sehr überrascht, denn den Abgang von Fruchtwasser vor dem ersten Welpen habe ich nicht beobachten können. Mit wenigen starken Presswehen war die kleine Scheckin samt ihrer Nachgeburt um 12:18 in Steißlage mit einem Gewicht von 334g völlig problemlos geboren.
Welch wunderbarer Anblick dieses Kleine Wesen doch war. Mir kamen wirklich die Tränen, so gerührt war ich. Ich befreite nur schnell ihr Schnäutzchen von der Fruchthülle und tupfte ihr Näschen mit Küchenrolle ab, dass kein Fruchtwasser in ihre Lungen gelangte, den ganzen Rest übernahm Nika. Sie nabelte ab, putzte sie trocken und die Kleine machte sich auch auf direktem Weg zur Zitze, dockte an und saugte genüsslich.
Ich war gespannt wie es weiter gehen würde, beim P-Wurf hatten wir nach der Erstgeboren, die auch schnell und problemlos zur Welt flutschte, schon was zu tun, denn der zweite Welpe kam mit einem Beinchen vorne und einem hinten schon mit geplatzter Fruchtblase zur Welt und ich musste damals sehr viel manuell mithelfen.
Nika machte eine Wehenpause nach der kleinen Scheckin, putzte sie weiter und war im Mutterglück. Wir übersiedelten Mutter und Tochter dann von der Höhle in den Pool, dass ich etwas besseren Zugriff auf das ganze hatte. Um 12:32 sah ich wieder eine Wehe doch kamen keine weiteren.
Erst um 13:03 kamen die Wehen wieder regelmäßig und stark. Auch dieses Mal dauerte es nicht lange bis ich wieder eine Blase sah. Dieses Mal mit einem süßen Schnäutzchen darin. Es dauerte etwas länger, bis der Welpe mit jeder Wehe noch etwas weiter heraus kam, aber schon um 13:14 hatte es der schwere Bub mit einem Gewicht von 380g!! in Kopflage auf die Welt geschafft und auch er wusste, dass jetzt der direkte Weg zur Milchbar angesagt war. Auch seine Nachgeburt kam gleich mit.
Kaum war der Bub von Nika abgenabelt sprang sie auf und ging in eines der benachbarten Hundebetten, und schwups hing um 13:20 dort schon der nächste Welpe in Kopflage aus Nikas Scheide heraus. Ich nahm ihn schnell, befreite ihn wieder von der Fruchtblase und tupfte sein Schnäutzchen ab. Ich war gar nicht darauf vorbereitet, dass es so schnell weiter gehen würde und konnte das Protokoll gar nicht on time ausfüllen. Gott sei Dank kam mir dann Andi zur Hilfe, der das dann übernahm. Die kleine Hündin kam ebenfalls mit dem Kopf zuerst und hatte ein Gewicht von 318g. Die sandfarbene, leicht gestromte Hündin unterschied sich, abgesehen vom Geschlecht, durch einen schmalen weißen Fleck am Nacken von ihrem Bruder. Auch sie wusste sich sofort an der Milchbar zu stärken.

Nach den ersten 3 Welpen dachte ich, dass Nika etwas Pause machen würde, doch sie wollte es wohl schnell hinter sich haben und legte um 13:31 gleich das nächste Mädchen in Kopflage und einem Gewicht von 330g in den Wurfpool. Die Nachgeburt war noch in Nika und rieß beim Abnabeln ab. Aber für Profi Nika kein Problem, sie zog sie sich dann selbst aus der Scheide. Dieses kleine Mädel brauchte dann allerdings etwas Nachhilfe, denn sie verstand nicht, dass man um zu nuckeln auch sein Schnäutzchen auf machen muss ? Nach einigen Minuten dockte aber auch sie an und nuckelte. Sie könnte wirklich von der Farbe her der eineiige Zwilling zu ihrem Bruder sein, denn auch sie war leicht gestromt ohne weitere weiße Abzeichen am Nacken.

Jetzt endlich eine Pause für Nika und mich! Ich konnte nicht glauben, welch traumhafte Geburt mir Nika bis dahin geschenkt hat. Wenn es nur immer so laufen würde, dachte ich… Dass mindestens noch ein Welpe zu erwarten war wusste ich, denn in Unterhaching konnten sie ja eindeutig 5 Welpen Herzchen schlagen hören, aber war es wirklich nur noch ein Welpe? Ich ließ Nika in der Zwischenzeit immer wieder Traubenzucker-Calziumwasser und verdünnte Schafsmilch trinken und verwendete wieder (zu meiner persönlichen Beruhigung) homöopathische Mittelchen um die Geburt zu unterstützen.


Nach einer Stunde, genauer um 14:25, begann Nika dann wieder Wehen zu zeigen. Schon um 14:32 war die nächste Hündin in Kopflage und in ihrer Blase mit einem Gewicht von 322g und ihrer Nachgeburt gelandet. Sie erinnerte mich sofort an Dori aus dem P-Wurf mit ihrer breiten, weißen Blesse. Dazu unterschied sie sich von ihren Geschwistern durch zwei Flecken am Nacken und weißen Stiefelchen (während die anderen nur Söckchen haben). Auch sie wusste sich gleich an der Zitze zu bedienen und ich war so glücklich die 5 neuen Animagianer vor mir liegen zu sehen.
Ich richtete Nika Rinderfaschiertes mit Hüttenkäse und einem Eidotter her und sie verschlang die Mahlzeit mit Genuss. Anschließend ließen wir sie in den Garten und dort löste sie sich dann endlich. Dann sah sie unten am Gartentor eine Katze sitzen und musste nach all der Anstrengung noch schnell runter laufen um diese zu vertreiben. Ob da wirklich noch ein Welpe in ihr war? Ich grübelte und grübelte. Bevor sie dann wieder zu den Welpen wollte, versuchte ich sie im Stehen abzutasten und ja, da war noch was, allerdings noch recht weit hinten, nicht schon vorne bei der Scheide. Sie hechelte immer wieder stark, aber Wehen gab es zunächst keine mehr. Erst um 15:35 wieder Wehen und dann auf einmal ein Schwall Fruchtwasser (16:19). Es war wirklich viel Wasser und mir wurde auf einmal etwas unwohl. Der nächste Welpe sollte also ohne Fruchtblase zur Welt kommen. Naja, dachte ich, das haben wir schon öfters geschafft… Ich wartete noch einige Wehen ab, doch es tat sich nichts. Also wie schon so oft, Finger desinfizieren, Gleitgel ran und rein in Nikas Scheide. Ich kam mit meinem Finger auch gut bis zur Öffnung im Becken, aber ich spürte keinen Welpen, gar nichts. Ich verstand es nicht, wie kann das Fruchtwasser platzen, wenn der Welpe noch nicht im Geburtskanal war. Ich feuerte Nika an zu pressen, was diese auch stark machte, aber es ging nichts voran. Sollte dieses traumhafte Erlebnis nun doch noch scheitern? Ein Anruf beim Tierarzt gab uns noch 20 Minuten, doch es wollte nichts voran gehen. Also packten wir die junge Familie zusammen und fuhren zum Tierarzt. Im Auto spürte ich dann ein Hinterpfötchen und sah es sogar kurz. Allerdings waren die Ballen des Welpen schon blau. Ich versuchte im Auto alles, um Nika zu helfen den Welpen weiter voranzubringen, doch außer dem einen Beinchen tat sich nichts. Beim Tierarzt selbst war dann zunächst auch dieses Pfötchen verschwunden. Nika wurde an den Wehentropf gehängt und arbeitet auch richtig gut mit. Zwei Tierärztinnen und ich versuchten alles um den Kleinen auf natürlichem Weg zu holen, denn ein Kaiserschnitt in dem Zustand ist immer mit Risiken verbunden. Nach einer gefühlten Ewigkeit waren dann schon zwei Beinchen und das Schwänzchen durch das Becken, aber es wollte einfach trotzdem nichts weiter gehen. Ich wusste schon, dass die kleine Maus die in Nikas Becken verkeilt lag, es sicher nicht mehr lebend auf diese Welt schaffen würde. Es war so traurig, vor allem weil Nika so fest mitgeholfen hat und alle dachten, dass wir die Kleine retten könnten. Doch leider konnten wir sie dann nur noch tot in dieser Welt begrüßen. Sie ist gestorben, bevor sie diese Erde betreten hat. Beide Tierärztinnen meinten, dass sie schon länger tot war und nicht erst bei der Geburt gestorben ist. Sie sah nicht anders aus als die anderen wirkte nur viel größer als ihre Geschwister. Ihre Schleimhäute waren aber nicht nur blau, sondern schon ganz weiß. Sie ist der zweite Welpe in meiner Zucht, der die Geburt leider nicht überlebt hat. Sie fliegt jetzt mit unserem Engelchen aus dem H-Wurf über den Wolken und passt hinter der Regenbogenbrücke auf ihre Familie auf. Ich bin so traurig, auch für Nika, die sicher weiß, dass sie einen ihrer Welpen verloren hat. Trotzdem bin ich so stolz auf Nika, sie hat gekämpft wie eine Löwin. Wir alle hätten die kleine Quelamia so gerne gerettet.

Der einzige Trost sind die 5 Q-Linge die jetzt unsere Zeit versüßen werden und ich bin dankbar, dass es Nika und den 5en gut geht.