Geburtsbericht Animagi E-Wurf

DSC04039

Ich habe von einer Bilderbuchgeburt geträumt und war mir sicher, dass dieses Mal alles ohne große Probleme verlaufen würde. Immerhin hat alles vom ersten Kennenlernen von Jason und Micra an, dem Decken und die ganze Trächtigkeit über wirklich gut angefangen.
Die letzte Woche vor der Geburt merkte man Micra schon an, dass sich nun langsam etwas ändert. An den Abenden und in den Nächten begann sie immer öfters zu hecheln, was mich nicht durchschlafen ließ, denn diese „Hechelattacken“ hatte sie vorwiegend neben mir auf dem Kopfpolster oder unter der Decke zwischen meinen Beinen :-). Untertags hingegen war sie immer lustig und entspannt. Ich hätte also besser während des Tages schlafen sollen 😉

DSC04033
Monk-Micra, …. ich habe die Bande nicht so angeordnet, aber einen Welpen hat sie vergessen 🙂

Zwei Tage vor der Geburt merkte ich aber an ihrem Verhalten während des Tages, das so unheimlich ruhig war, dass sie in die Eröffnungsphase gekommen sein musste. Es war so wie „Die Ruhe vor dem Sturm“ und dann am 24. September abends begann sie wieder zu hecheln. Diesesmal war es aber irgendwie anders. Sie war unruhig und wechselte oft den Platz. Begann sich selbst intensiv zu putzen, richtete sich ihr Betti immer neu und schleckte auch die Decken ab auf denen sie lag.

DSC04079

Schließlich wollte sie in den Garten und dort löste sich dann der Zervixschleim. Jetzt war mir klar, dass es diese Nacht so weit sein würde und ich erwartete das Platzen der ersten Fruchtblase mit Vorfreude. Bald begann sie mit der Austreibungsphase und den ersten echten Presswehen. Ich war sehr froh das zu sehen und feuerte sie bei jeder Wehe an, lobte sie und so verbrachten wir gut eine Stunde.

DSC03988

weiterlesen

Die Fruchtblase zeigte sich dann schon immer wieder in der Scheide und es wurde spannender. Um die Geburt etwas mehr in Gang zu bringen bewaffnete ich mich sodann mit Leine und Taschenlampe und ging mit ihr in den Garten. Dort führte sie mich vom einen bis zum anderen Ende und wollte schlussendlich in das oberste Eck. Nur mit viel Überredungskunst konnte ich sie motivieren wieder mit mir nach oben zu gehen. Schließlich erschien die Fruchtblase des ersten Welpens bei jeder Wehe schon weiter. Sie wollte nicht mehr in die Wurfkiste und suchte sich das Bettchen neben dieser aus. Ich ließ sie gewähren und sie presste weiter. Nach einer weiteren halben Stunde machten wir uns noch einmal auf den Weg in den Garten. Tja und siehe da, das Köpfchen erschien endlich. Ich saß mich neben sie hin, hielt meine Hand unter den Welpen und nach 3 Presswehen, landete unsere Scheckin sicher in meiner Hand. Gott sei Dank kam Andi dann zu mir herunter und gemeinsam brachten wir den Welpen, dessen Nachgeburt noch nicht da war und Micra wieder nach oben. Dort folgte dann sofort die Nachgeburt und Micra wusste was zu tun war. Sie wirkte so happy mit ihrer kleinen Tochter, ich war zu Tränen gerührt und konnte es kaum glauben. Mein kleiner „Minihundus“ war Mama. Die kleine Maus, die wir ab sofort vorläufig „Meadow“ nennen fand auch sofort zielsicher die Zitze und begann zu nuckeln. Aber lange hatte sie dazu keine Zeit, denn der zweite Welpe kündigte sich ca. 1/4h später mit den nächsten Wehen an.
Micra presste zwar häufig, und die Wehen waren auch stark, allerdings sehr kurz. Es kam mir so vor als würde sie nur jeweils noch 5 sec länger pressen müssen, um den Welpen weiter vor zu schieben. Ich konnte bald die Blase erscheinen sehen, doch auch nach geschätzten 20 Wehen kam diese nicht weiter heraus. Ich rief dann nach 2h pressen kurz meine Tierärztin an und sie meinte wir sollen vorbei kommen. 20 Minuten später waren wir in der Praxis und meine Tierärztin untersuchte sie kurz. Sie bekam zunächst eine Glukoseinfusion und wir feuerten meine Maus bei jeder Wehe an. Sie wirkte noch recht fit und meine Tierärztin ertastete den Welpen in der Scheide sehr gut, allerdings konnte sie nur aktiv mithelfen wenn Micra presste, doch auch bei meiner Tierärztin zeigte sie gleiche Wehen wie bei uns zuhause. Sie waren anfangs stark, aber irgendwie stoppte sie immer etwas zu früh. Nach einer weiteren halben Stunde bekam Micra ganz wenig Oxytocin gespritzt, was aber keine positive Auswirkung zeigte. Mit der zweiten Dosis Oxytocin klappte es dann und kleine Jason, den wir vorläufig „Tyron“ war da. Meine Tierärztin war sich nun sicher, dass wir wieder nachhause fahren konnten und die nächsten Welpen dort geboren werden würden. Sie hat versucht den Geburtskanal für die nächsten Welpe etwas zu dehnen und so sollte die Geburt nun ohne weitere Zwischenfälle verlaufen.
Glücklich fuhren wir also mit den beiden Welpis wieder nachhause. Dort machte Micra eine Pause von ca. 15 Minuten bevor sie erneut zu pressen begann. Dieses Mal schien aber gar nichts weiter zu gehen. Wir gaben ihr dennoch Zeit und feuerten sie weiter an. Dann sah ich Fruchtwasser aus Micras Scheide fließen. Die Fruchtblase des nächsten Welpen war also schon geplatzt bevor er in der Scheide angekommen war. Ok, dachte ich: Handschuhe an, Gleitmittel auf meine Finger und rein. Ich konnte sobald das Schwänzchen des Mädchens ertasten und regte durch meine Finger in Micras Scheide das Pressen erneut an. Nach einer gefühlten Ewigkeit, war dann endlich ein kleines Beinchen zu spüren und bald auch das zweite. Leider schien der Welpe nicht nur ohne Fruchtblase, sondern auch mit der Wirbelsäule nach unten im Geburtskanal zu liegen. Die Ballen an den Hinterbeinchen waren schon blau verfärbt und ich versuchte weiter den Welpen aus seiner Lage zu befreien. Bei jeder Wehe versuchte ich ihn etwas weiter heraus zu ziehen, doch es gelang mir nicht richtig. Seitdem der letzte Welpe zur Welt gekommen war waren schon wieder 3h vergangen und so riefen wir meine Tierärztin erneut an. Wir fuhren wieder hin und meine Tierärztin schaffte es den Welpen zu befreien. Ich glaubte nicht daran, dass sie noch leben würde, doch damit lag ich ganz falsch. Kaum in dieser Welt gelandet war sie voll da und die blauen Pfötchen wurden schnell rosa.
Micra hingegen war fix und fertig. Lag am OP-Tisch, zitterte aber presste nicht mehr weiter. Nur kurz schleckte sie die kleine Hündin, die wir vorläufig „Bastine“ nennen, ab um sie willkommen zu heißen. Sie war mit ihren Kräften am Ende. Ich habe mich mit meiner Tierärztin beraten und wir entschieden beide schweren Herzens, dass die restlichen Welpen nun mittels Kaiserschnitt geboren werden sollten.
Mit der Wehenschwäche die Micra quälte hätte sie für die nächsten Welpen wahrscheinlich noch weitere 12 h gebraucht und das wollten wir ihr ersparen.
Die Operation verlief super, Micra hat es so schnell weggesteckt als hätte sie die Welpen natürlich zur Welt gebracht. Sie war so schnell wieder fit und kümmerte sich sofort um ihre 6 Welpen. Die Gebärmutter schaute sehr gut aus, zog sich schon während des Kaiserschnittes wieder gut zusammen und konnte gerettet werden. Ob ich aber noch einen zweiten Wurf mit ihr machen werde, kann ich jetzt wirklich nicht entscheiden.
Trotz der Strapazen und der anstrengenden Nacht erfreuen wir uns nun an den zuckersüßen Babys. Micra hat schon ganz vergessen was vor zwei Tagen mit ihr geschehen ist und geht in ihrem Mutterglück richtig auf.
Ich bin dankbar, dass Micra und alle Welpen überlebt haben und gesund sind. Vielen Dank an alle Helfer und vor allem meine beste Tierärztin der Welt Dr. Claudia Hölzl.

6 Kommentare zu “Geburtsbericht Animagi E-Wurf”

Du kannst eine Antwort hinterlassen oder Trackback this post.

  1. Jolanda - 26.09.2014 at 21:46

    Puh! Mir sind wieder die Tränen gekommen… Da bist du sicher durch die Hölle gegangen. Ich bin sooo froh, dass es jetzt allen gut geht! Was diese kleinen Mäuse alles aushalten können! Eine dicke Umarmung schicke ich dir!
    Bussi, Jolanda

  2. Jolanda - 26.09.2014 at 21:47

    ..ach, und ich liiiebe das Monk-Micra-Foto! (Bin ja ein Monk- fan) Ihr Blick ist so süß!!!

  3. sabine zdravkovic - 27.09.2014 at 14:46

    Ohje, da habt ihr aber viel mit gemacht und besonders Micra. Ich wünsche euch viel Spaß mit den kleinen Welpen und natürlich alles gute für Micra.
    LG Sabine

  4. Channolas - 27.09.2014 at 17:01

    Mir kamen auch die Tränen!
    Die arme Micra, das war ja wirklich ne Tortur, aber jetzt gehts aufwärts und man sieht richtig, daß sie ne tolle Mama ist!
    Das „Monk“-Bild ist wirklich suuuuper! Wir wünschen Micra und den 6 süßen Mäusen weiterhin alles Gute ???!
    Ganz liebe Grüße von den Channolas

  5. Steffi&Killah - 28.09.2014 at 17:47

    Danke für den Bericht! Hab mit euch gefiebert und bin froh dass es Micra und den Babys gut geht! Freu mich euch demnächst besuchen zu kommen! :-*

Hinterlasse einen Kommentar

Your email address will not be published.